Wiederaufbereitung ist doch Recycling...

sollte man meinen, wenn es nach dem Willen der Verantwortlichen in der Atomwirtschaft gehen würde. Zumindest soll uns der Begriff Wiederaufarbeitung das suggerieren. Doch durch die Wiederaufarbeitung werden die hochradioaktiven Abfälle nicht verringert, sondern sogar noch vermehrt.

Was passiert?

Die "Wiederaufarbeitung" dient dazu, mit Hilfe eines chemischen Verfahrens Plutonium und Uran aus den abgebrannten Brennelementen zu gewinnen. Dafür werden die Brennelemete zunächst in kleine Stücke zersägt und dann in siedender Salpetersäure aufgelöst, so dass am Ende Plutonium, Uran und eine hochradioaktive Abfalllösung vorliegen.

Die Wiederaufarbeitunganlagen La Hague in Frankreich (wo ca. 60% des deutschen Atommülls landete) und Sellafield in Großbritannien (etwa 10% - der Rest wurde in Deutschland zwischengelagert) leiten flüssigen radioaktiven Abfall ins Meer, blasen belastete Abluft in die Atmosphäre. Wegen ihrer hohen radioaktiven Emissionen wären diese beiden Anlagen in Deutschland nicht genehmigungsfähig.

Da für die Wiederaufarbeitung zahlreiche Hilfsstoffe, Chemikalien und Werkzeuge notwendig sind, vervielfacht sich der Atommüllberg um das 20fache.

In der Wiederaufarbeitungsanlage La Hague entstehen aus einer Tonne Brennstoff (Nettovolumen 0,5 m3) etwa 0,7 m3 hochradioaktive Wärme entwickelnde und 6,1 m3 mittel- und schwachradioaktive Abfälle. Sie müssen zum Teil in sehr aufwendigen Verfahren behandelt und konditioniert werden.

Da die Wiederaufbereitung von abgebrannten Brennelementen gegen die vom Atomgesetz (AtG § 9a I) geforderte “schadlose Verwertung” des Atommülls verstößt, ist sie in Deutschland seit dem 1. Juli 2005 verboten. Seitdem werden abgebrannte Brennelemente in Zwischenlagern direkt auf dem Gelände der jeweiligen Atomkraftwerke gelagert.

Neugier geweckt?
mehr dazu gibt es unter folgenden Links:
Hintergrundinfos von Greenpeace
Das steht in der Wikipedia