Atomkraftwerke

Atomkraftwerke funktionieren im Prinzip wie "normale" Kraftwerke auch. Es wird Wasser erhitzt, dass dann verdampft und eine Turbine antreibt die wiederum mit einem Generator verbunden ist. Es wird also Wärmeenergie in Elektrizität umgewandelt.

In Atomkraftwerken wird diese Wärmeenergie eben nicht durch das Verbrennen von fossilen Energieträgern erzeugt, sondern durch die Kernspaltung. In Deutschland werden derzeit zwei verschiedene Reaktortypen eingesetzt, nämlich der Siedewasserreaktor und der Druckwasserreaktor.

Beim Siedewasserreaktor wird das an den Brennelementen, in welchen die Kernspaltung stattfindet, vorbeiströmende Wasser erhitzt und teilweise verdampft. Dieser Wasserdampf, mit einer Temperatur von bis zu 300°C wird direkt auf die Turbine geleitet. Diese treibt den Generator an, welcher dann den Strom erzeugt. Hinter der Turbine befindet sich ein Kondensator in welchem sich der bereits sehr abgekühlte Dampf sich weiter abkühlen kann bis er wieder flüssig ist. Dieses Wasser wird dann zurück in den Reaktordruckbehälter gepumpt und der ganze Kreislauf setzt sich fort.

Mit dieser äußerst schmutzigen Methode der Atomstromerzeugung, bei welcher der gesamte Kreislauf nebst Turbine verstrahlt werden, arbeiten immerhin noch sieben Atomkraftwerke in Deutschland, unter anderem in Krümmel bei Hamburg oder Grundremmingen in Bayern.

Beim Druckwasserreaktor sieht das alles ein bisschen anders aus. Der wesentliche Unterschied zum Siedewasserreaktor besteht aus zwei getrennten Wasserkreisläufen. Im komplett geschlossenen Primärkreislauf herrscht ein Druck von ca. 150bar. Unter diesem Druck verdampft das Wasser selbst bei Temperaturen von 300°C nicht. Der Primärkreislauf gibt seine Wärmeenergie mit Hilfe eines Wärmetauschers an den Sekundärkreislauf ab. Das Wasser in diesem Kreislauf wird wie gehabt durch die hohen Temperaturen verdampft. Dieser Dampf treibt wieder die Turbine an, welche mit dem Generator verbunden ist...

Der Vorteil des Druckwasserreaktors ist ohne Zweifel der getrennte Wasserkreislauf. So wird hier die Turbine nicht mit radioaktivem Wasser belastet. Der Primärkreislauf wird natürlich nach wie vor komplett verstrahlt.

Zur Zeit werkeln hierzulande 14 Druckwasserreaktoren. Unter Anderem Biblis, Neckarwestheim, Grafenrheinfeld, usw..

Zusätzlich zu den Oben genannten gibt es natürlich weitere Reaktortypen. Diese wären etwa der Siedewasser-Druckröhrenreaktor, welcher 1986 in Tschernobyl Weltruhm erlangte.

tscherno
Tschernobyl 1986

In Hamm-Uentrop befindet sich ein stillgelegter Prototyp eines Hochtemperaturreaktors. Da solche Reaktoren wohl glücklicherweise nicht mehr gebaut werden, erspare ich mir an dieser Stelle eine Beschreibung.

In Kalkar am Niederrhein hat sich die Atomindustrie ein weiteres durch Steuergeld finanziertes, 8.000.000.000 DM (ca. 4.090.335.000 EUR) teures Denkmal gesetzt. Der Prototyp des schnellen Brutreaktors, der geplatzte Traum vom Pertetuum Mobile der Atomstromerzeugung ist hier zu bewundern. Da dieses Monstrum nie eingeschaltet worden ist, befindet sich hier heute das "Kernwasser - Wunderland". Ein Freizeitpark an der Stelle einer tödlichen Bedrohung. Bei Gelegenheit wird der schnelle Brüter auf dieser Homepage noch näher betrachtet...